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German 8

Affektstörungen Studien über Ihre ätiologie und Therapie by Dr. Med. Ludwig Frank (auth.)

By Dr. Med. Ludwig Frank (auth.)

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Dann habe er ein dumpfes Gefühl im Kopf. Als dieser Schwindel das erste Mal auftrat, mußte er sich erst erbrechen, aber seitdem habe er nicht wieder erbrechen müssen. Dies sei bei der Arbeit gewesen. Seit dieser Zeit (5 Wochen) arbeite er nicht mehr, es sei ihm unmöglich, es murre im Kopf, Patient ist aber unfähig, genauer anzugeben, wie seine Gefühle sind. Patient arbeitet seit 10 Jahren in einem Papiergeschäft, in dem er bei nicht genügender Beleuchtung Papier abzählen, zurecht schneiden und verpacken muß.

Ja man darf sich nicht scheuen, den Kranken so beizustehen, damit sich der wieder auflebende Wille entfalten kann, daß selbst Familienkonflikte herbeigeführt werden zur Ausschaltung anderer schädlicher Einflüsse. Hierzu gehört oft geradezu eine ganze Diplomatie und Strategie des Arztes. Er muß ganz genau die einzelnen Familienglieder kennen, um klar, zielbewußt und taktvoll vorgehen zu können. Er muß sich der Tragweite seiner Verantwortung jeden Augenblick dabei bewußt sein und das vollste Vertrauen der ganzen Familie besitzen.

Wer das nicht vermag, der leite seine Patienten weiterhin zur Willensgymnastik an oder lasse sie weiterhin tagtäglich zu elektrischen Sitzungen zu sich kommen oder nehme sie in sein Sanatorium auf, lege sie zu Bett und mache mit ihnen Mastkuren, wenn er es nicht vorzieht, sie vom Herzspezialisten zum Magenspezialisten und vom Magenspezialisten zum Gynäkologen zu schicken, um immer wieder für einige Zeit sich erleichtert zu fühlen, doch wieder etwas für den Patienten getan zu haben. Und nützt dies alles nichts, so bleibt ihm das Moralisieren über "den schlechten Willen des Patienten, der eben nicht gesund werden will, so energielos ist und sich nicht aufzuraffen vermag".

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