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Anti-Sozial-Front: Vom Fußballfan zum Hooligan by Beate Matthesius

By Beate Matthesius

Das Interesse an den Aktivitaten von Fussballfans (im neueren Sprachgebrauch als Hooligans bezeichnet) und jugendlichen Streetgangs ist in den letzten Jahren, wie die zahlreichen Verof fentlichungen und Medienberichte bezeugen, angestiegen. Nun konnte guy meinen, dass wir uns aufgrund der Informationsflut ein detailliertes Bild uber diese Jugendlichen machen konnten. Bei examine der aktuellen Meldungen und Veroffentlichungen stellt guy jedoch fest, dass nur Teilaspekte berucksichtigt wurden und viele Fragen unbeantwortet bleiben. Auffallig ist die Redu zierung medialer Prasentation von jugendlichem Verhalten auf gewalttatige Handlungen. Die Fussballfan- und Streetgangaktivi taten werden aus dem Lebenszusammenhang dieser Jugendlichen herausgelost vermittelt. Eine familiare, berufliche bzw. schuli sche Einbindung wird ganzlich ausser Betracht gelassen. Auch die individuellen Handlungsmotive dieser Jugendlichen bleiben quick ganz unberucksichtigt. Die Publikationen besonders der Fanpro jekte versuchen diese Defizite auszugleichen und geben ein an schauliches Bild der Aktivitaten dieser Jugendlichen. Bei diesen Darstellungen vermisst guy jedoch die Einbindung der verander ten Motivation in die Fussballfangeschichte und insbesondere in die sozialstrukturellen gesellschaftlichen Veranderungen. Die vorliegende Studie mochte versuchen, diese aufgezeigten Leerstellen auszufullen. Um dem Anspruch einer detaillierten examine, die die gesamte Lebensweise der Fussballfans umfasst, gerecht zu werden, erfolgte eine Eingrenzung der Untersuchung ausschliesslich auf die Fussballfanentwicklung der Offenbacher Kickers (OFC) uber den Zeitraum von 1978 bis 1991. Um die in dividuellen Motivationen und Handlungsstrukturen anschaulich obvious zu machen, wurde der Forschungsansatz der teilneh menden Beobachtung, die sich uber einen Zeitraum von mehre ren Jahren erstreckte, gewahlt. Durch diese binnenperspektivi sche Darstellung sollen Handlungsablaufe und Motivationsver anderungen vermitt

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Leben in Szenen: Formen juveniler Vergemeinschaftung heute

Szenen sind 'wolkige' Formationen: Sie sind ständig in Bewegung und ändern fortwährend ihre Gestalt. Aus der Ferne scheinen die Ränder scharf zu sein und eine klare Gestalt zu ergeben. Je mehr guy sich ihnen nähert, desto stärker jedoch verliert sich dieser Eindruck. Abgrenzungen erweisen sich als äußerst diffus, die Ränder überlappen sich mit anderen Szene-Rändern oder erstrecken sich – nach unterschiedlichen Richtungen ausfransend – in heterogene Lebensstilformationen und Publika hinein.

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Beate: Aber ich glaube, der hat halt auch Angst gehabt. Ich hatte zum Beispiel unheimliche Schwierigkeiten, die Telefonnummer vom Mark zu bekommen, die wollte mir kein Mensch geben. Was habt ihr am Anfang denn so über mich gedacht? Hermann: Das habe ich dir ja schon erzählt, ein großes Mißtrauen. Na, so ganz am Anfang habe ich wirklich gedacht, daß du vom Wehrum kommst und da habe ich auch einigen Leuten gesagt, was ich davon halte. 33 Tina: Willow: Tina: Irgendwer hat erzählt, Staatsanwältin. Ja, ich.

1. Die Fangenerationen und die Auswirkungen der Individualisierungstendenzen Die beschriebenen Fans können grob in drei Generationen unterteilt werden. Franz und Thomas, die der ersten Generation zuzurechnen sind und sich nicht von den älteren OFC-Zuschauern unterscheiden, können noch auf eine geradlinige, milieugebundene Freizeitsozialisation zurückblicken. Auch ihre persönlichen Lebenswege vollzogen sich innerhalb der vorgelebten Bahnen: Ehe, Kinder, berufliche Etablierung im Herkunftsmilieu.

In den letzten Monaten habe ich mich nun vom aktiven Hooliganleben zurückgezogen. Nun gibt es viele die behaupten, daß meine Freundin dran schuld wäre. Nur die, die so etwas behaupten, waren selbst nie richtig dabei, haben vielleicht ein- oder zweimal vor Gericht gestanden, sind, wenns drauf ankommt, hinten oder laufen weg und winseln mir was von Streß mit Eltern und so vor. Die wollen doch alle nur austeilen, können aber überhaupt nichts einstecken, nein mit so Leuten gemeinsame Sache machen, da hab ich kein Bock mehr.

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