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German 8

Auf den ersten Blick: Wie Medieninhalte wahrgenommen und by Sebastian Feuß

By Sebastian Feuß

​Die nachwachsenden Generationen lernen Mediennutzung heute vorrangig im Umgang mit Internetangeboten. Sind sie deshalb für die Printmedien - zumal die Zeitung - verloren? Umgekehrt gefragt: Wie sollte sich das Zeitungsangebot verändern, damit es für künftige Generationen attraktiv wird? Von den Antworten auf solche Fragen hängt es im Wesentlichen ab, ob die Zeitungen die nächsten Jahrzehnte überleben werden. Über das mikroanalytische device der Blickverlaufsmessung (Eyetracking) untersucht Sebastian Feuß die Nutzung und Rezeption sowohl von Printmedien als auch von Onlineangeboten journalistischer Nachrichtenmedien. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage nach der Abhängigkeit der Wahrnehmung, der kognitiven Informationsverarbeitung sowie der Seitenerschließung von der Präsentation der Informationsangebote: Wie müssen journalistische Inhalte visuell aufbereitet und präsentiert werden, damit sie wahrgenommen und verstanden werden? Der Autor legt die Forschungsergebnisse offen und diskutiert die praktischen Konsequenzen für die Medienproduktion.

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2) – oder sie sind dem Rezipienten unbekannt. 1 Wahrnehmung und Kognition 53 eine Zeitungs- oder Onlineseite erarbeiten. Dies darf ihm allerdings auch nicht zu leicht fallen: Leser erwarten auch das Unerwartete, das Neue im Vertrauten, das die Rezeption attraktiv und schließlich unterhaltsam macht (vgl. Berlyne 1974; vgl. Kap. 6). Programmiert durch die Gestaltung (vgl. insb. Kap. 2; vgl. Feuß 2009:64), wird sich der Rezipient in dieser ersten Sekundenbruchteile andauernden Wirkungsphase die Seite erschließen.

Die visuelle Gestaltung eines Mediums (Stimulus) – eine der Ursachen – wird erst im Verlauf der Nutzung genau bestimmt. Im gesamten Verlauf des Medienwirkungsprozesses kann neues Wissen im Umgang mit dem Medium entstehen; es findet ein wiederholter Lernprozess statt. Die (nicht-bewusste) Konstituierung der Mediengestaltung, die Zuweisung einer bestimmten Bedeutung, findet beim Rezipienten im Rahmen von InterTransaktionsprozessen statt. Diese wiederum setzen Intra-Transaktionen voraus. Diese „unterscheiden sich jedoch von den ebenfalls manchmal rein innerpsychischen Inter-Transaktionen dadurch, daß sie sich nicht mit den – vorgestellten oder tatsächlichen – Beziehungen zwischen Kommunikatoren und Rezipienten beschäft igen.

Sind jedoch bestimmte Aktionen mit negativen Folgen verbunden (Bestrafung), werden diese Aktionen in ähnlichen Situationen seltener oder später gar nicht mehr ausgeführt. Hier spricht man von negativer Verstärkung oder Vermeidungslernen (Menzel/Roth 1996:244). Exemplarisch für die operante Konditionierung steht die sogenannte Skinner-Box, die auf den amerikanischen Psychologen Burrhus Frederic Skinner zurückgeht. Balkenius (2000) benennt vier Möglichkeiten des Lernens über operante Konditionierung: Präsentation einer Belohnung, Ausbleiben einer erwarteten Belohnung, Präsentation einer Bestrafung, Ausbleiben einer erwarteten Strafe.

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